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Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 664 mal aufgerufen
 Städte im Mittelalter
Moira MacMahoon Offline




Beiträge: 827

12.11.2007 03:06
RE: Stadtluft macht frei antworten

Ein Rechtsgrundsatz im Mittelalter lautete "Stadtluft macht frei".

Das hieß, Leibeigene Bauern oder Knechte, Angehörige des 3. Standes konnten ihre Freiheit erhalten, wenn sie es schafften, in einer Stadt ansässig zu werden und dort 1 Jahr und 1 Tag ehrenhaft zu leben.

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Bruno von Merseburg ( gelöscht )
Beiträge:

12.11.2007 12:08
#2 RE: Stadtluft macht frei antworten

Dieser Spruch mag zwar richtig sein, aber durften den die unfreien Bauern, auch wenn diese keine Sklaven waren einfach so ihren Herrn verlassen? Ich denke das der Herr nicht gerade erfreut war, wenn er seine Untertanen verlor, oder mussten sie ihm dafür das er sie gehen lässt Geld geben?

Lidania ( gelöscht )
Beiträge:

12.11.2007 14:18
#3 RE: Stadtluft macht frei antworten

Natürlich nicht - die sind heimlich abgehauen. Wenn es ihnen gelang, dass man sie nicht gefunden hat vor Ablauf der Zeit, dann waren sie frei. Deshalb sind sie natürlich meist in Städte geflüchtet, die nicht gerade in nächster Nähe ihres Herren waren....

Axander ( gelöscht )
Beiträge:

12.11.2007 14:32
#4 RE: Stadtluft macht frei antworten

niemand hat auch mitgezählt wie lang man da eigentlich gebraucht hat.
Also niemand ging etz hin und sagte, ich war 1 Jahr und 1 Tag hier, sondern mal warens 2 Jahre mal auch bloß ein halbes

Moira MacMahoon Offline




Beiträge: 827

12.11.2007 14:49
#5 RE: Stadtluft macht frei antworten

Das glaube ich eher nicht, denn auch im Mittelalter gab es schon eine ausgeprägte Bürokratie.

Und ein solcher "Flüchtling" musste ja auch essen und irgendwo wohnen. Dafür musste er ein Handwerk erlernen oder schon können. Dafür musste er einen Zunftmeister finden usw. Das wurde schon alles genau registriert. Und es gab nur sehr wenige, die es wirklich schafften.

Meistens wurden solche Unfreien eingefangen und schwer bestraft. Und auch in den Städten wollte man nicht Jeden haben.

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Axander ( gelöscht )
Beiträge:

12.11.2007 15:19
#6 RE: Stadtluft macht frei antworten

Doch das war so, hab ich in ner Führung mitbekommen,.

Moira MacMahoon Offline




Beiträge: 827

12.11.2007 15:25
#7 RE: Stadtluft macht frei antworten

Kann sein, dass es in einer Stadt so war und in einer anderen wieder anders. Aber die Regel war schon so, wie ich es ben beschrieben habe.

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Axander ( gelöscht )
Beiträge:

12.11.2007 15:28
#8 RE: Stadtluft macht frei antworten

Sagen wir es war in jeder Stad anders

Lidania ( gelöscht )
Beiträge:

12.11.2007 17:44
#9 RE: Stadtluft macht frei antworten

Es konnte tatsächlich passieren, dass der Herr irgendwann da auftauchte, seinen Untergebenen erkannte und Auslieferung verlangte. Dann war der Nachweis wichtig, wie lange er in der Stadt war. Deshalb legten die meisten Wert darauf, sich bei einem Handwerker als Gehilfe oder Lehrling registrieren zu lassen oder auch in der Kirchengemeinde sich als neues Schäflein zu melden. Und die Kirchenbücher wurden damals schon recht genau geführt....

Axander ( gelöscht )
Beiträge:

12.11.2007 19:09
#10 RE: Stadtluft macht frei antworten

Ich sag ja nicht, dass sie sich nicht eintragen ham lassen, es wurde einfach net genau gzählt.
wenn man etz bloß en Jahr weg war, dann sagte sicher wer, übern jahr isser schon inner Stadt, fertig.

Bruno v Merseburg Offline



Beiträge: 1.554

08.01.2008 22:50
#11 RE: Stadtluft macht frei antworten

Zitat
[color=maroon]Im Mittelalter waren nur die Bürger der Städte von der Leibeigenschaft befreit, die durch eine Ringmauer geschützt waren. Als Gegenleistung mußten sie für die Aufrechterhaltung des Stadtfriedens und der Marktgerechtigkeit selbst Sorge tragen

.[/color]

Die älteste Urkunde im Stadtarchiv Michelstadt aus dem Jahr 1395 berichtet von dem Beschluß der Schenken zu Erbach, eine Ringmauer mit Toren und Türmen um die Stadt auf eigene Kosten zu erbauen. Diese Stadtmauer mit einem Umfang von 700 Metern konnte um 1400 fertiggestellt werden. In einem Abstand von 50 Metern waren zur Verstärkung Türme errichtet.

Also wenn ich mir diesen Text genau betrachte, dann heist das also, wenn der Leibeigene es schafft in die Stadt zu kommen und bis hinter die Ringmauer, dann darf er in dieser Stadt Leben, aber muss dafür Sorgen das die Stadt geschützt ist, indem er eine Stadtmauer baut??

Oder gilt das jetzt nur für die Leute die ohnehin schon in der Stadt Leben?? Was ist denn die Ringmauer - Leben da die Oberen der Schicht??

[ Editiert von Administrator Bruno v Merseburg am 08.01.08 23:23 ]

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Axander ( gelöscht )
Beiträge:

09.01.2008 15:15
#12 RE: Stadtluft macht frei antworten

Das war so du wurdest entweder versklavt oder in den Sklavenstand hineingeboren oder:
In Städten und Dörfern, wo Patrizier und einfaches Volk lebten mussten die Bauern auch in die Schlacht ziehen.
Da sie sich aber Rüstung nicht leisten konnten und so gingen sie zu einem Patrizier und sagten er solle für sie in den Krieg ziehen.
Dafür wurde der Bauer und all sein Besitz sowie Frau und Kinder zu Leibeigenen und mussten abgaben leisten und tun was der ,,Herr" befahl.

Wenn du nun von deinem Herren geflohen bist und in eine andere Stadt gekommen bist, mussest du dir ja dein Geld verdienen und wo wohen können.
So bist du in eine Mietswohnung gegangen und hast irgentwo als Lehrling angefangen.
Du bist nun also Lehrling und und dein Exherr kommt und sagt dass du kommen sollst.
Nun will aber dein Meister und Lehrer dich nicht loswerden und sagt deinem Exheren, dass du schon ein Jahr hier bist, das können dan auch der besitzer deiner Wohnung und andere bzw Freunde bestätigen.
Nun kann der Herr nix machen und muss die in Ruhe lassen.

ABER: Stadtluft macht frei - nicht gleich.

Du warst also immer noch im untersten Stande in der Stadt, wenn man unehrliche und verachtete Weglässt.


Haben wir alles grad in Geschichte

Moira MacMahoon Offline




Beiträge: 827

09.01.2008 16:46
#13 RE: Stadtluft macht frei antworten

Die Ringmauer war der Schutz der Stadt, also eine Mauer rund um die ganze Stadt.

Leibeigen konnte man durch verschiedene Umstände sein. Entweder man wurde in die Leibeigenschaft geboren, weil schon die Eltern Leibeigen waren. Oder man war verschuldet und wurde in die Leibeigenschaft verkauft.

Gab sicher auch noch andere Möglichkeiten, die ich jetzt nicht parat habe.

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Bruno v Merseburg Offline



Beiträge: 1.554

17.06.2008 18:18
#14 RE: Stadtluft macht frei antworten

Die bäuerlichen Familien der damaligen Zeit hatten meist viele Kinder, von denen nur wenige auf dem elterlichen Hof bleiben konnten. Die anderen mussten sich nach neuen Erwerbsmöglichkeiten umsehen: Manche traten in Klöster ein, zogen als Siedler nach Osten oder in die nahen Städte, wo sie sich als Handwerker oder Kaufleute niederließen. Sie fanden nicht nur Arbeit, sondern auch die persönliche Freiheit, denn daheim wären sie wie ihre Eltern und Geschwister Hörige eines Grund- und Leibherrn geblieben. In der Stadt dagegen wurden sie nach Jahr und Tag persönlich frei, wenn der frühere Herr sie nicht in dieser Zeit zurückforderte. Die städtische Freiheit hatte indes nicht die Unterschiede zwischen Reichen und Armen beseitigt. Die städtische Oberschicht, d. h. die reichen Kaufmannsgeschlechter bestimmten lange den Ausbau der Stadt. Wer etwas erreichen wollte, musste sich mit den „Herren“ gut stellen und blieb von ihnen abhängig. Überdies lebten in jedem Haus auch das Gesinde, die Gesellen und die einfachen Arbeitskräfte zusammen. Sie hatten zu tun, was der Hausherr befahl.

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